BETRIEBSHOF BUER

Für den Inselbetrieb auf der Strecke von Buer nach Polsum errichtete die Vestische Kleinbahnen GmbH auf einem an der Polsumer Straße 1 erworbenen Gelände einen neuen Betriebsstützpunkt. Die Gelsenkirchener Zeitung berichtete darüber in ihrer Ausgabe vom 20. Dezember 1915:

„Gleichzeitig mit Eröffnung der neuen Linie wird auch in Buer ein neuer Betriebsbahnhof eröffnet, der sich zunächst in bescheidenen Grenzen hält. Die Verwaltungsräume, Monatskartenausgabe usw. befinden sich in dem vom Bergfiskus gemieteten Hause Hagenbredde.“

Tatsächlich gab es in Buer anfangs nur eine schlichte Wagenhalle aus Holz, in der die drei Triebwagen, die für den vorgesehenen 30-Minuten-Takt auf der Linie 10 benötigt wurden, untergestellt werden konnten.

Noch sechs weitere Jahre vergingen, bis im Sommer 1921 ein vollwertiger Betriebshof mit einer großen Wagenhalle, einer Betriebswerkstatt und eigenen Sozialräumen in Betrieb genommen werden konnte. Zu den Anlagen gehörte auch ein neues Unterwerk für eine verbesserte Stromversorgung der von Buer ausgehenden Strecken.

Die ursprüngliche, anfangs mit drei und später mit zwei Toren ausgestattete Fahrzeughalle wurde später um eine nach Osten angrenzende zweite, ebenfalls dreiständige, aber deutlich längere Halle erweitert.

Am 31. Oktober 1978 wurde der Betriebshof Buer stillgelegt. Die Wagenhallen blieben noch lange erhalten. Die östliche Halle wurde nach der Einstellung des Straßenbahnbetriebs zunächst von einem Geschäft genutzt, das Farben, Lacke und Tapeten vertrieb. Später war eine Nutzung als „Theater im Depot“ geplant, ein Projekt, das keinen nachhaltigen Erfolg hatte.

2004 wurden die Hallen schließlich abgebrochen und durch das neue Wohngebiet „Am Straßenbahndepot“ ersetzt. Erhalten ist heute nur noch das ehemalige Pförtnerhaus an der Polsumer Straße 1.

Von der Einfahrt aus waren die Hallen des Betriebshofes Buer sowie das westlich angrenzende Freigelände aufgrund der in der Nachkriegszeit angelegten Wohnbebauung im Verlauf der Polsumer Straße nur schwer einsehbar. Auch die Straßenbahnfreunde ließen die Anlage bei ihren Fahrten von Buer nach Marl zumeist „links liegen“. Ein Grund dafür, dass es auch aus den letzten Betriebsjahren nur vergleichsweise wenige Fotos gibt.

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