NACH SUDERWICH

Nachdem 1905 im Kreistag der Beschluss gefasst war, eine Straßenbahnlinie von Recklinghausen nach Suderwich zu bauen, wurde umgehend mit der Planung begonnen. Dennoch dauerte es fast vier Jahre, bis die Straßenbahn tatsächlich in Betrieb genommen werden konnte.

Am 7. April 1909 wurde die 5,25 Kilometer lange Strecke von Recklinghausen nach Suderwich eröffnet. Ausgangspunkt war die Endstelle der Straßenbahn Recklinghausen – Herten – Wanne am Recklinghausener Bahnhof.

Die neue Strecke verlief zunächst im Gemeinschaftsverkehr mit der Straßenbahn Herne – Recklinghausen über die doppelgleisig ausgebaute Viktoriastraße bis zum Kunibertitor. Nach der Unterquerung der Eisenbahn folgte die Trasse bis Suderwich der heutigen Landstraße L 628, zunächst über den Hiller Weg, die heutige Castroper Straße, bis Suderwich und von dort über die heutige Suderwichstraße durch die Gemarkungen Berghausen und Plössen bis Suderwich. Über die Ehlingstraße wurde die einstweilige Endstelle in Höhe der Schulstraße erreicht.

Die Trasse war überwiegend eingleisig. In Recklinghausen lag das Gleis auf der stadtauswärts rechten Seite. Die erste Ausweichstelle befand sich an der heutigen Einmündung der Maybachstraße. Von hier aus erreichten die Beschäftigten des Eisenbahn-Ausbesserungswerks Recklinghausen-Ost ihren Arbeitsplatz. Im weiteren Verlauf der Castroper Straße wurde die stadtauswärts rechte Seitenlage bis zur Endstelle beibehalten. Auf diesem Teilstück gab es weitere Ausweichen in Berghausen und in der Ehlingstraße.

ENDSTELLE SUDERWICH

Der ursprünglich beabsichtigte Weiterbau der Strecke nach Datteln wurde einstweilen zurückgestellt. Ausschlaggebend dafür waren vermutlich die noch laufenden Bauarbeiten an der Hamm-Osterfelder-Bahn – zweigleisiger Ausbau sowie Arbeiten im Zusammenhang mit dem Rangierbahnhof und Ausbesserungswerk Recklinghausen-Ost – sowie die ebenfalls noch nicht abgeschlossenen Arbeiten am Kanal.

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