GOLDBERGPLATZ

Mit dem Bau eines neuen Rathauses (Juni 1910 bis September 1912) entstand in Buer ein neuer innerstädtischer Platz: der Goldbergplatz. Im engeren Sinn wird damit heute die zur Fußgängerzone umgestaltete Verkehrsfläche zwischen der De-La-Chevallerie-Straße und dem Beginn der ehemaligen Essener und heutigen Horster Straße bezeichnet, wobei auch der nordwestliche Teil der ehmaligen Bochumer- und späteren Cranger Straße einbezogen werden. In einem weiteren Sinn bezieht der Begriff die Kreuzung der De-La-Chevallerie-Straße und der Goldbergstraße mit ein.

Die Straßenbahn hatte schon immer mit dem heutigen Goldbergplatz Kontakt: Auf der Westseite fährt seit 1901 die Bochum-Gelsenkirchener Strassenbahnen AG, auf der Ostseite passierten ihn zwischen 1915 und 1980 die Strecken der Vestischen Kleinbahnen und der Vestischen Straßenbahnen. 1917 wurde für den Güterverkehr ein erstes Verbindungsgleis zwischen den Netzen der Verkehrsbetriebe von der De-La-Chevallerie-Straße zur Bochumer Straße verlegt.

In ihrer Ausgabe vom 30. Juni 1922 berichtete die Buersche Zeitung über die geplante Erweiterung der Essener Straße zwischen der Kreuzung mit der Bredde- und Hochstraße sowie der Kreuzung mit der De-La-Chevallerie-Straße zu einem innerstädtischen Platz. Ebenso wird die Herstellung einer Gleisverbindung zwischen den Gleisen der Vestischen Straßenbahnen und denen der Bochum-Gelsenkirchener Strassenbahnen AG angekündigt. Dafür wurden insgesamt 1,115 Millionen Mark im Haushalt der Stadt Buer bereitgestellt.

Bis 1926 waren die entsprechenden Arbeiten abgeschlossen. Ab dem 18. Dezember 1926 fuhren die aus Gelsenkirchen kommenden Straßenbahnzüge nicht mehr über die Bochumer Straße zur Essener Straße sondern über die De-La-Chevallerie-Straße.

WELTMEISTERSCHAFT

Im Vorfeld der für das Jahr 1974 in Deutschland geplanten Fußballweltmeisterschaft bewarb sich Gelsenkirchen als Standort. Nach dem die Stadt den Zuschlag für die Ausrichtung einiger Spiele erhalten hatte, begann die Planung für den Neubau eines Weltmeisterschaftstadions im Berger Feld. Gleichzeitig wurden die zum „Parkstadion“ führenden Straßenbahnstrecken nach Stadtbahnstandard ausgebaut.

Dies betraf insbesondere die Trasse von Gelsenkirchen über die Kurt-Schumacher-Straße nach Buer, die Rathauskreuzung in Buer sowie die von dort weiterführenden Strecken nach Gladbeck und Marl sowie nach Resse und Recklinghausen.

Die an den Goldbergplatz angrenzende Kreuzung wurde jetzt zu einem doppelgleisigen Stern ausgebaut. Dieser ließ einerseits die Kreuzung der über die De-La-Chevallierie-Straße verlaufenden Nord-Süd-Strecke mit der von der Goldbergstraße zur Horster Straße laufenden Ost-West-Strecke zu. Diese Möglichkeit wurde nur für Betriebsfahrten genutzt. Darüber hinaus konnten die Straßenbahn in drei von vier Richtungen doppelgleisig abbiegen, nur nicht von der De-La-Chevallerie-Straße in die Horster Straße.

Die Endstelle der Gelsenkirchener Linie 2 wurde von der Westseite des Rathauses unter Nutzung vestischer Gleise auf dessen Nordseite in die Goldbergstraße verlegt. Zugleich wurde eine Verbindung von der Goldbergstraße zum Goldbergplatz geschaffen. Sie wurde im Linienverkehr nie genutzt.

RÜCKBAU

Nach der Einstellung des Schienenverkehrs der Vestischen Straßenbahnen wurden die Gleisanlagen am Goldbergplatz zunehmend zurückgebaut Vom Gleistern blieb nur eine Gleisverzweigung: Die über die südliche De-La-Chevallerie-Straße kommenden Züge der Linie 301 biegen hier nach Westen in Richtung Horst ab, die Züge der Linie 302 nach Osten in die modern umgebaute Wendeanlage Buer Rathaus in der Goldbergstraße.

ZURÜCK – ZUM NÄCHSTEN KAPITEL