NACH WANNE

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Gesellschaftsvertrages zum Bau der Straßenbahn Recklinghausen – Herten – Wanne begannen im Laufe des Jahres 1900 die Bauarbeiten für die 12,8 Kilometer lange Strecke vom Steintor in Recklinghausen zum damaligen Wanner Bahnhof. Am 10. Mai 1901 konnte die neue Verbindung eröffnet werden.

Auf dem Weg nach Wanne fuhr die Straßenbahn zunächst durch das Gebiet der Gemeinden Hochlar und Disteln nach Herten. Dort wurde an der Clemensstraße der Betriebshof der Bahn gebaut. Über die Provinzialstraße erreichte die Straßenbahn die Gemeinde Crange. Ein wichtiger Halt auf diesem Teilstück war die 1872 abgeteufte Schachtanlage Ewald.

Im Süden des ehemaligen Dorfkerns von Crange, in dem sich die erste Ausweiche im Amt Wanne befand, überquerte die Straßenbahn die Emscher. Der Fluss lief unmittelbar an der noch heute erhaltenen Cranger Schule entlang. Die Emscherbrücke wurde damals als Fleutebrücke bezeichet. Nach kurzer Fahrt erreichte die Bahn die Kreuzung mit der damaligen Dorstener Straße. Im weiteren Verlauf folgte die Trasse der Wanner Bahnhofstrasse bis zu ihrer Endstelle am Bahnhof Wanne. Dabei lag das Gleis zumeist in der Straßenmitte.

ANBINDUNG DES BAHNHOFS

Am 27. März 1907 konnte die Straßenbahnstrecke vom Steintor bis zum Bahnhof Recklinghausen der 1870 eröffneten Köln-Mindener Eisenbahn weitergeführt werden. Auf dem Weg vom Steintor zum Bahnhof passierte die Straßenbahn die 1909 eröffnete Feuerwache (Herzogwall 31), die historische Stadtmauer und das 1901 errichtete Kreishaus (Herzogwall 17), das heute die Volkshochschule beherbergt. Vom Lohtor wurde über die Wicking Straße der Bahnhofsvorplatz erreicht. Durch das neue Teilstück wuchs das Streckennetz um rund 1,2 Kilometer.

LINIE 1

Im Zusammenhang mit dem Bau des Rhein-Herne-Kanals erhielt die Straßenbahn in Crange eine neue Streckenführung. Darüber berichte ich im Detail im Kapitel „Kanal und Hafen“ auf meiner Herner Website.

Eine wichtige Zäsur für Strecke nach Wanne war die Eröffnung der Neubaustrecken nach Suderwich und Erkenschwick am 7. April und 19. Dezember 1909. Ausgangspunkt der neuen Strecken war die Endstelle am Bahnhof.

Vermutlich wurden die drei Strecken anfangs eigenständig betrieben. Nach der Eröffnung der Streckenergänzung von Erkenschwick nach Datteln am 31. Mai 1913 wurden die Linien nach Wanne und Erkenschwick / Datteln zu einer durchgehenden Linie verbunden.

Parallel dazu wurden Liniennummern eingeführt. Die nunmehr durchgehende Verbindung von Wanne nach Datteln erhielt die Liniennummer 1, die Linie von Recklinghausen nach Suderwich erhielt die Liniennummer 3.

Schon bald wurde der Langlauf wieder aufgegeben – vermutlich im Zusammenhang mit der Eröffnung des neuen Betriebshofes in Recklinghausen am Hiller Weg (heute Castroper Straße) am 5. Oktober 1913.

FORTSETZUNG FOLGT!


In den folgenden Jahrzehnten mehrfache Änderung der Trassenführung in Recklinghausen, zuletzt über das Viehtor zum Hauptbahnhof.

16. August 1970: Einstellung zwischen Herten und Wanne
16. November 1975: Einstellung des Restverkehrs zwischen Recklinghausen Hauptbahnhof und Nordcharweg.

Einstellung des Teilstücks von Recklinghausen Viehtor über Disteln nach Herten als Teilstück der Linie 210 am 31. Mai 1981.

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