WESTNETZ

HORST – GLADBECK – BOTTROP – OSTERFELD

Zum größten Projekt aus der Anfangszeit der Straßenbahn im Vest entwickelte sich der Aufbau eines zweiten Netzes im Westen des Landkreises, mit dem die Ortschaften Horst, Gladbeck, Bottrop und Osterfeld verbunden werden sollten. Im Einzugsbereich waren allein zehn Zechen mit 26 Schächten und einer Gesamtbelegschaft von rund 28.000 Mitarbeitenden in Betrieb.

Ursprünglich strebte das von Hugo Stinnes geführte Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk (RWE) im Zusammenhang mit der Elektrifizierung der Ortschaften und der Bergbaukolonien auch den Bau eines Straßenbahnnetzes an. Der Kreis Recklinghausen untersagte dem RWE jedoch im Mai 1905 die Nutzung der Kreisstraßen. Stattdessen erkannte man die Vorteile eines eigenen Straßenbahnnetzes. Diesem Vorhaben stimmten die Gemeinden Horst, Gladbeck, Bottrop und Osterfeld am 28. Oktober 1905 zu.

Anders als bei den vorangegangenen Projekten übernahm in Fall der Straßenbahn Horst – Gladbeck – Bottrop – Osterfeld allein der Kreis Recklinghausen die Finanzierung der Anlagekosten in Höhe von 1,775 Millionen Mark. Zur Finanzierung wurde erneut eine Anleihe bei der Landesbank aufgenommen. 350.000 Mark wurden über den in Dresden ansässigen „Landwirtschaftlichen Kreditverein im Königreiche Sachsen“ beschafft.

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