VON RECKLINGHAUSEN

Mit der Eröffnung der Strecken nach Suderwich und Erkenschwick im Jahr 1909 legte der Kreis Recklinghausen den Grundstock für den Netzausbau rund um Recklinghausen. Im Vordergrund stand zunächst der Aufbau des späteren Nordostnetzes. Die angestrebten Ziel- und Eckpunkte waren Datteln, Henrichenburg, Meckinghoven, Waltrop und Brambauer.

Später folgten weitere Strecken. Sie führten zunächst in den Norden und Süden: nach Marl und Dorsten, nach Röllinghausen und – mit jahrelanger Verspätung – schließlich auch nach Hochlarmark.

1913 wurde am Hiller Weg ein eigener Betriebshof für die von Recklinghausen ausgehenden Strecken eröffnet. Zur Blütezeit des vestischen Straßenbahnnetzes wurden auch die Linien über Sinsen zu den Chemischen Werken in Hüls, über Marl nach Dorsten sowie die Strecke nach Langenbochum mit Fahrzeugen aus Recklinghausen bestückt.

Anfang der 1980er-Jahre war Recklinghausen schließlich nach Herten die letzte Stadt im ehemaligen Vest, in dem die Straßenbahn noch fuhr.

Auf der Linie 210 (letzter Linienweg: Recklinghausen Hauptbahnhof – Herten, Resser Weg) wurde der Straßenbahnverkehr am 31. Mai 1981 eingestellt.

In der Nacht vom 3. zum 4. Oktober 1982 zog sich die Vestische Straßenbahnen GmbH mit der Aufgabe des Teilstücks Recklinghausen Hauptbahnhof – Herne Bahnhof ganz aus dem schienengebundenen Nahverkehr zurück. Der Streckenabschnitt war das nördliche Teilstück der mit der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG bis zuletzt im Gemeinschaftsverkehr betriebenen Straßenbahnlinie 305 von Recklinghausen Hauptbahnhof über Herne und Bochum zur Ruhr-Universität und der Endstelle Hustadt.

Das Beitragsbild zeigt den Marktplatz in Recklinghausen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Damals war die Stadt bereits ein pulsierendes Einkaufszentrum für die aufstrebenden Gemeinden im Umland (Hermann Lorch Kunstanstalt, Dortmund – Sammlung Ludwig Schönefeld).